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Carl Rudolph Bromme Gesellschaft Leipzig e.V. - Der erste deutsche Admiral, die Marine, Menschen & Ereignisse rund ums blaue Element und… vieles "meer"!


30. Juni 2010

Das 21. Jahrhundert wird das maritime Jahrhundert schlechthin: Interview mit Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting

Kurz vor seiner Verabschiedung – von 2006 bis 2010 war er Inspekteur der Marine – traf Ende April 2010 die Carl Rudolph Bromme Gesellschaft aus Leipzig den legendären „Bilderbuchadmiral“, Wolfgang E. Nolting. Unsere Gruppe bestand dieses Mal aus drei Personen: Joachim Kaiser (1. Vorsitzender), Reinhard Thusek (Schatzmeister & 2. stellv. Vorsitzender) und dem freien Journalisten Leo Walotek-Scheidegger. Wir besuchten den Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting, in seinem Büro auf der Bonner Hardthöhe. Was der oberste truppendienstliche Vorgesetzte der Teilstreitkraft Marine zum 21. Jahrhundert und der Rolle der Marine in dieser spannenden Zeit zu sagen hat, erfährt man in diesem Interview. Es wurde von Leo Walotek-Scheidegger geführt.

Foto: Schatzmeister der Bromme Gesellschaft, Reinhard Thusek (liks) und Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting (rechts) / Leo Walotek-Scheidegger

5. Mai 2010

Des Admirals Großer Zapfenstreich

Am 30. April verabschiedete feierlich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den bisherigen Inspekteur Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting aus dem Amt. Die Zeremonie, der auch die Carl Rudolph Bromme Gesellschaft beiwohnte, fand in der Flensburger Marineschule Mürwik statt. Das Kommando über die Marine würde an den neuen Inspekteur der Marine, Konteradmiral Axel Schimpf, übergeben.
Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting, wurde an dem Abend mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Nolting geht nach 43 Dienstjahren – davon vier Jahre als Inspekteur der Marine – in den Ruhestand. Der Einfluss des Admirals auf die Marine wurde sichtbar in Guttenbergs Worten. Er lobte den 62-Jährigen als einen “Es ist mir eine Ehre, eine echte Legende verabschieden zu dürfen. Ich durfte die wenigen Monate mit ihm einen Admiral erleben, wie er im Buche steht“. Nolting habe Maßstäbe für die Marine im Einsatz gesetzt.
Diese Worte sind kaum eine Übertreibung. Vizeadmiral Nolting  hat immer wieder maritime Themen in den Fokus der Öffentlichkeit und der Politik gerückt. Des Öfteren sprach er Punkte an, die andere nicht einmal in der heutigen Zeit für real hielten. So warnte er als einer der ersten in Deutschland vor einer Bedrohung der Seewege durch Piraterie, als viele noch darüber lächelten. Auch dies fand sich in der Rede des Ministers wieder.
Vizeadmiral Nolting betonte selbst in seiner Abschiedsrede vor rund 500 Gästen, Sorgen bereite ihm vor allem die materielle Ausstattung der Marine. Es fehle oft an Ersatzteilen. Zwar müsse die Marine die Konsolidierung der Bundeswehr mittragen, sie sollte dennoch als Teilstreitkraft auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet werden.

Foto: Großer Zapfenstreich für Vizeadmiral Wolfgang Nolting / Björn Wilke, PIZ Marine
Foto: Foto: Großer Zapfenstreich für Vizeadmiral Wolfgang Nolting / Björn Wilke, PIZ Marine

In der späteren Rede des Ministers, vor einem eher geschlossenem Publikum, wurde der Werdegang des Admirals mit einer guten Priese Humor unter die Lupe genommen (und dem Publikum preisgegeben). Hier glänzten sowohl der Minister, wie auch der “Abgänger”. Selbst in den privaten Gesprächen danach wurde es immer wieder – auch international – sichtbar. Hier ging es um den Lebensweg eines ungewöhnlichen Mannes.
Vizeadmiral Nolting unterstrich in eigenen Worten die Kompetenz, Bereitschaft und Professionalität der ihn begleitenden Offiziere, ohne die seine Arbeit nicht mit einem solchen Erfolg hätte beendet werden können.
Seine Worte machen Mut. Denn es wird der Marine in Zukunft sicherlich an Aufgaben nicht fehlen.

Carl Rudolph Bromme Gesellschaft wünscht dem neuen Inspekteur der Marine, Herrn Konteradmiral Axel Schimpf, eine erfolgreiche Zeit und nicht minder erfolgreiche Führung der deutschen Marine.

10. März 2010

Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser e.V.: 50-jähriges Jubiläum!

Am 14.03 feiert das Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser e.V. in Brake ihr 50-jähriges Jubiläum. Zu dem wird das “Haus Elsfleth” eröffnet. Das sind zwei Gründe, die uns wider einmal gegen Norden auf die Reise schicken lassen. Da die Bromme Gesellschaft mittlerweile die Möglichkeit hatte, hinter die Kulissen einen Blick werfen zu dürfen, jedoch nicht die Zeit, sich eines jeden Ausstellungsstückes zu erfreuen, nehmen wir an der feierlichen Eröffnung teil.
Wir freuen uns auf das mit Liebe zum Detail gestaltete Museum, jedoch noch mehr auf das Wiedersehen und Gespräche mit Menschen, die ihrerseits auch zum Teil dem Meer verfallen sind.
An dieser Stelle möchten wir uns für die Einladung bei Frau Dr. Christine Keitsch ganz herzlich bedanken.
Gleichzeitig empfehlen wir das Museum aus vollem Herzen allen Besucherinnen und Besuchern, unabhängig des Alters.

19. Februar 2010

Ulf-Jochen Kreck, oder “Brommies in Nordholz und Wilhelmshaven, Teil II”

Während des ersten Februar-Wochenendes fand auf der Fregatte „Sachsen“ eine nicht ganz kleine Zeremonie statt. Nach knapp drei Jahrzehnten Borddienst ging vom Schiff Oberstabsbootsmann Ulf-Jochen Kreck, zuletzt der Wachtmeister der Fregatte „Sachsen“.
Der Mann ist eine Legende, wohl nicht nur seines kaiserlichen Bartes wegen. Der scheinbar unmögliche Spagat zwischen Papierkram und der Nähe zum Menschen gelang Oberstabsbootsmann Kreck schon immer mit einer Leichtigkeit und Selbstverständnis, die seinesgleichen sucht. Solche Worte wurden im Munde vieler während des offiziellen Abschieds mit Anerkennung, aber auch Wehmut  ausgesprochen. Was macht einen „Spieß auf See“ eigentlich so erfolgreich? Haben manche schon in der Wiege eine Veranlagung dazu?
Durchaus, aber ohne den Willen, „meer“ daraus zu machen und ohne das „tägliche Ackern“ würde dennoch nichts daraus. Beim Kreck fällt schon seine Statur auf, er gleicht einem Danziger Schrank, gleichzeitig blitzt in seinen Augen Güte und eine gute Portion Schalk. Äußerlich sofort mit Tradition assoziiert, ist er durch und durch in der heutigen Zeit verankert: Marine, als demokratischer Arm der Bundesrepublik Deutschland auf See wurde zu seinem Lebenssinn.  Dieser gelungene und äußert natürliche Mix machte ihn zu dem Mann, der in seiner langen Laufbahn bewundert und zweifelsohne respektiert wurde.

Foto: Oberstabsbootsmann Ulf-Jochen Kreck, Wachtmeister der Fregatte “Sachsen” / Leo Walotek-Scheidegger

Wie fing die Story an? Bereits 1981 trat er der Marine bei und landete bei der typischsten Verwendung: Dem Seemännischen Dienst, der heute als Decksdienst oder sogenannte „Verwendungsreihe Elf“ genannt wird. Es war auf Borkum. Zur See fahren war sein Traum, er wurde sofort Zeitsoldat. Als die Grund- und Unteroffizierausbildung beendet war, kam er auf das Schulschiff „Deutschland“. Hier bemühte er sich als Ausbilder: Die Offiziersanwärter mussten seine Kunst der Seefahrt verinnerlichen. Später folgte seine nächste Seeverwendung: er wurde Decksmeister auf dem Schnellboot „Sperber“. Da Kreck keine Berührungsängste hatte, nahm er an einem Austauschprogramm der Deutschen Marine mit der US Navy teil. So verbrachte er einige Wochen „unter Yankees“ auf der USS „San Diego“ und wechselte dann auf die USS „Savannah“. Nach der US Navy kam wieder ein Job zuhause, der des Decksmeisters auf der Fregatte „Köln“. Ab Januar 2001 war Ulf-Jochen im Vorauskommando der Fregatte „Sachsen“.

Foto: Abschied von OStBtsm Kreck, Fregatte “Sachsen” / Leo Walotek-Scheidegger

Ein Wachtmeister auf See sollte im Prinzip ein fähiger Manager sein. Seine Aufgaben entsprechen zwar in etwa denen eines Kompaniefeldwebels an Land, aber See ist See und das heißt, dass er an den Besonderheiten des Bordlebens nicht vorbei kommen kann. Auf gut Deutsch heißt es also: Mehr zu tun. Der zur See fahrende Spieß muss somit die Disziplinarvorgesetzten der Soldaten in ihren Betätigungsfeldern unterstützen. Auf seinem Tisch landen – unter anderem – alle Aufgaben im Rahmen der Personalbearbeitung der Portepeeunteroffiziere, Unteroffiziere ohne Portepee und Mannschaften des Schiffes.
Von Oberstabsbootsmann Kreck erwartete man, dass er den Überblick über die Geschehnisse an Bord der „Sachsen“ behält. Dies tat er. Da der Kommandant des Schiffes, Fregattenkapitän Markus Nolte, momentan innerhalb des Stabes bei der „Good Hope“ in Südafrika tätig ist, wurde zum Zeremonienmeister Korvettenkapitän Sven Beck. Er löste die Aufgabe mit großer Klasse, und in seinen Worten hörte man das wohlverdiente Lob.

Foto: Korvettenkapitän Sven Beck verabschiedet Oberstabsbootsmann Ulf-Jochen Kreck / Leo Walotek-Scheidegger

Die Antwort von Ulf-Jochen zeigte deutlich, was nicht nur einen Marineangehörigen aber auch den Menschen Kreck ausmacht: Bescheidenheit. Er meinte einfach, „es sei alles übertrieben, lange Rede werde er selbst nicht halten, denn von Bord zu gehen, ist schon schwer genug“.
Nach einer angemessenen „Party“, bei der selbst Heeres- und Luftwaffenleute mit dabei waren, um ihm Respekt und Dank zu zollen, machte er sich auf den Weg. Er bedankte sich, salutierte, zog seinen Handschuh ab, um dem ersten Offizier die Hand zu drücken. Und ging.

Foto: Vorstandsmitglieder der C.R. Bromme Gesellschaft (von links nach rechts): Joachim Kaiser (1. Vorsitzender), Ulf-Jochen Kreck (Vorstandsmitglied), Markus Harich (Mitglied der Bromme Gesellschaft), Reinhard Thusek (Schatzmeister & 2. stellv. Vorsitzender) / Foto: Leo Walotek-Scheidegger

Wir – „einige Jungs“ der Carl Rudolph Bromme Gesellschaft – waren beeindruckt und es ehrte uns, dabei sein zu dürfen. Aber es freut uns auch sehr, dass Ulf-Jochen unter uns ist.
Sicherlich sind seine Aufgaben… noch nicht zu Ende.

11. Februar 2010

“Brommies” in Nordholz und Wilhelmshaven, Teil I

Die erste Februar Woche stand für die Carl Rudolph Bromme Gesellschaft – dem starken Schneefall zum Trotz – im Zeichen des Reisens. Diesmal gab es zwei Ziele, die uns „gen Norden trieben“. Vergnügen & Pflicht bedeuteten einerseits einen Besuch beim Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz, andererseits die Teilnahme an der Verabschiedung von Oberstabsbootsmann Ulf-Jochen Kreck an Bord der Fregatte „Sachsen“.

Foto: P-3C Orion beim MFG3 in Nordholz / HDR-Aufnahme, Leo Walotek-Scheidegger

In Nordholz nahmen uns unter ihre Fittiche zwei Piloten des Geschwaders. Die beiden weihten uns – recht humorvoll – in die Geheimnisse des Seefernaufklärers Lockheed P-3C Orion ein. Es stellte sich heraus, dass die Maschine älter ist, als die beiden selbst.
Dennoch kann dem Flugzeug vertraut werden: P-3C ist eine so solide Konstruktion, dass es sich mit ihr selbst durchs Zentrum eines Wirbelsturms fliegen lässt. Die legendären Hurricane Hunters fliegen sie auch. Der Deutschen Marine stehen die P-3C offiziell seit dem 18. Mai 2006 zur Verfügung.

Von Außen, Pi mal Daumen, zeigte man uns „wer wo welchem Job“ nachgeht, innerhalb des knapp über 35m langen Flugzeuges. Im Flugzeug selbst waren wir nicht drin, da es gewartet wurde. Wir erfuhren, dass  innerhalb der Besatzung die wahrscheinlich härtesten Arbeitsplätze die beiden Radar/Sonaroffiziere belegen. Diese sitzen seitlich zur Flugrichtung, was bei heftigen Turbulenzen zu einer Art Waschmaschine für Magen & Co werden kann. Außerdem haben diese zwei Posten keine Fenster sondern nur ihre Geräte vor den Augen. Jenseits des Witzes respektieren jedoch beide Piloten den äußerst strapaziösen Job: Die Ausbildung zu einem Radar/Sonaroffizier ist genauso zeit- und übungsaufwändig, wie die eines Flugzeugführers.
Das Geschwader hat auf dem Konto unter anderem Aufklärungsmissionen über dem Golf von Aden. Die Maschinen fliegen dort Einsätze im Rahmen der europäischen Anti-Piraterie-Mission, Atalanta. Man nennt das trocken „weiträumige luftgestützte Überwachung und Aufklärung über See sowie unter Wasser“. Manch ein Frachterkapitän im Golf von Aden verdankt unbewusst der deutschen P-3C-Anwesenheit seine Freiheit. Wie die somalische Kaperung und anschließende Geiselnahme aussieht, erfährt er nur aus den Medien. Wir auf dem Lande verdanken der Atalanta wohl ein paar weitere preiswerte PC, iPods, Sportschuhe und Äpfel, die aus Südostasien und Neuseeland über den Suezkanal nach Hamburg transportiert werden.

Foto: Zwei HS.54H60-77 Propeller (mit je 411 cm Durchmesser) einer P-3C Orion, Nordholz / Leo Walotek-Scheidegger

Später wurden wir übergeben in Obhut weiterer „Falken“. Dieses Mal ging es darum, wie fliegt man einen Hubschrauber, genauer gesagt einen Sea Lynx MK 88A, beziehungsweise warum eine Dornier DO228 als “Fleckenjäger” bezeichnet werden kann. Darüber wird jedoch ein anderes Mal berichtet…

21. Januar 2010

Admiral Brommes 150. Todestag…

Anlässlich des 150. Todestages von Admiral Carl Rudolph Bromme fand in Zusammenarbeit mit Schiffahrtsmuseum Brake am 9. Januar 2010 eine Gedenkveranstaltung in Brake statt. Während dieser wurde von der Carl Rudolph Bromme Gesellschaft Leipzig e.V. ein Kranz am Bromme-Gedenkstein auf dem Hammelwarder Friedhof niedergelegt. Seitens des Museums wurde die Gesellschaft von Frau Dr. Christine Keitsch begleitet.
Zuvor führte Frau Dr. Keitsch die Gruppe durch das Braker Schiffahrtsmuseum, in dem unter anderem eine eigene Ausstellung Admiral Bromme gewidet ist. Für die sehr freundliche und äußerst informative Führung möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken.

Foto: Brake, Bromme-Gedenkstein / L. Walotek-Scheidegger

Gleichzeitig ergreifen wir Möglichkeit, das Braker Schiffahrtsmuseum weiter zu empfehlen. Die neu konzipierte Sammlungspräsentation des Hauses wurde  nicht nur liebevoll aber auch “praxisorientiert” umgesetzt. Sie entspricht dem zeitgerechten Empfinden des Besuchers. Selbst an die jüngsten Besucher wurde dabei gedacht: Kinder finden hier spannende Geschichten in form eines Comics oder “magische Fernrohre”, die in die Zeit der Entdecker einen Blick erlauben.
Unserer Fazit: Zutiefst empfehlenswert!

Fotokompilation: Im Schiffahrtsmuseum Brake… / Leo Walotek-Scheidegger

18. Januar 2010

Herzlich Willkommen!

Wir heißen Sie herzlich Willkommen auf der Seite der Carl Rudolph Bromme Gesellschaft Leipzig e.V.

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